Familienbegräbnis Fahrenbach

Hinter der Friedhofsmauer befindet sich deutlich sichtbarer weißer Grabstein in Form eines Kreuzes. Dieser Grabstein aus dem späten 19.Jh. mit ausgearbeitetem Kapitell und brekönendem Kreuz ist aufgrund der seltenen Erscheinungsform ein Kulturdenkmal.

Die Inschriftren sind kaum mehr zu entziffern, aber in der Bauakte zur Anlegung des Totenhofes ist das Ersuchen der Familie Fahrenbach zur Anlegung eines Familienbegräbnisses erhalten.

Die Tochter des Gutsbesitzers Johanne Louise Caroline Juliane Fahrenbach stirbt am 2. Mai 1853 im Alter von nur 5 Jahren. Am gleichen Tage richtet der Gutsbesitzer sein ersuchen, mit folgendem Anschreiben, an das Kurfürstliche Konsortium:

Der hiesige neue Todtenhof ist sehr feucht gelegen und es wurden in Folge dieser Feuchtigkeit und mehr noch durch starke Zuflüße von dem höher gelegenen Felde frisch gegrabene Gräber nicht selten unter Waßer gesetzt. Diesen Umstand, sowie der Wunsch die Familienglieder auch im Tode auf einer Stelle ver einigt zu sehen, hat in mir und meiner Frau schon längst den Wunsch nach einer besonderen Begräbnißstätte, welche durch Abzugskanäle trocken gelegt werden kann, hervorgerufen. Am geeignetsten erscheint mir zu diesem Behufe derjenige Platz des Todtenhofes der sich unmittelbar hinter dem Eingange zur rechten Seite befindet.
Unter diesen Umständen und hinzufügend, daß ich Dispensationsgebühren gern bezahlen werde, wage ich die ergebenste Bitte: Kurfürstliches Consistorium wolle mir zur Anlegung eines Familienbegräbnißes auf dem
hießigen Todtenhof in der Größe von 3 Quadrat Ruthen unmittlbar hinter dem Eingange zur rechten Seite die Genehmigung ertheilen.

Einer geneigten Gewährung meiner Bitte entgegensehend verharre ich ergebenst

Hebenshausen, d 2.ten Mai 1853 G. Fahrenbach

Pfarrer Wirkmann aus Berge wendet sich mit dem Ersuchen des Gutsbesitzers Georg Fahrenbach an das Kurfürstliche Konsortium mit bitte um Anlegung eines Familienbegräbnißes.

 

 


Autor:
Lars Klein

Quellen:
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler Hessens, WMK III Altkreis Witzenhausen
HStAM, 315 e, 292, Anlegung eines neuen Totenhofs zu Hebenshausen
Illustrationen von Bettina Zimmermann, www.tinazett.de

Die Friedhofsmauer mit dem sichtbaren Familienbegräbnis

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