Tragkraftspritze

Metz-Tragkraftspritze TS8

Die erste motorbetriebene Tragkraftspritze ist nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1946 angeschafft worden². Die Kosten betrugen 1.750 RM. Der Feuerwehrverein hatte beim Hersteller, der Firma Metz Feuerwehrgeräte, nach Unterlagen/Fotos zu der Tragkraftspritze in Hebenshausen angefragt (im Jahr 1992), aber nur eine Kopie der Bedienungsanleitung des Originaltyps bekommen. Die Tragkraftspritze war eine vom Typ: Metz-Tragkraftspritze TS8.

Die folgende Zeichnung stellte die Bedienseite der TS8 dar (aber mit Original Rosenbauer-Motor):

Archivaliennummer 010062

Folgendes Zubehör war beim Kauf der Pumpe mitgeliefert worden:
– 1x A-Saugstutzen 100mm
– 2x B-Drucksutzen 75mm
– 2x Entleerungshähne
– 1x Überdruckmanometer
– 1x Über-Unterdruckmanometer

Zur Bedienung wurde vom Hersteller folgende Starthilfe auf dem Lieferschein notiert:
27 PS-2-takt-Motor mit Durchflusskühlung. Anwerfen durch Hebelstarter mit Zahnsegment und Ritzel. Motor mit Drehzahlregler und Magnetzündung. Kraftstoffbehälter für 30 Liter Kraftstoff (2 Stunden Betriebsdauer). Fahrgestell aus gezogenem Stahlrohr mit einschiebbaren Handgriffen. Das Gewicht beträgt betriebsfertig 210kg.

Es ist ein Prüfbericht aus dem Jahr 1955 erhalten, aus dem einige Eckdaten der Pumpe zu entnehmen sind:

Tragkraftspritze/Type: TS 8
Gewicht: 185 kg
Motorleistung: 27 PS
Pumpenleistung: 800l/min bei 8 bar
Motor-Nr.: Breuer 45014
Pumpe-Nr.: Metz 2459/46
Beschaffungsjahr: 1946

Die Pumpe wurde in einem Tragkraftspritzenanhänger (TSA) mit weiteren Feuerwehrgeräten und dem zugehörigem saug- und druckseitigen Zubehör transportiert. Der richtige TSA konnte nicht beim Kauf der Spritze mitgeliefert werden, da in den Nachkriegsjahren die Materialien und Strom nicht ausreichend zur Verfügung standen. Die Firma Metz stornierte den Lieferauftrag daraufhin. Im Einsatzfall wurde der Anhänger von privaten Zugmaschinen, i.d.R. Traktoren oder Pferde, auf dem Schlauchwagen zur Einsatzstelle gezogen.

Das folgende Bild zeigt den ersten TSA bei einem Festumzug im Jahr 1957:

Archivaliennummer 010061

Auf dem Foto ist der Brandmeister Karl Willius mit dem Strahlrohr und der Traktorfahrer Karl Wentrot zu sehen. Dieses Kirmesfoto ist die einzige Abbildung des selbst hergestellten Tragskraftspritzenanhängers. Dieser Anhänger wurde im Jahr 1953 angeschafft, da die Firma Metz den 1946 bestellten TSA nicht liefern konnte. Die Gemeinde Hebenshausen kaufte im Jahr 1953 einen alten Wehrmachtsanhänger ohne Reifen. Den nötigen Ausbau für die Pumpe und Feuerwehrgerät wurde wie folgt organisert. Die Reifen kaufte man bei Reifen-Apenberg in Göttingen. Der Schmiedemeister Otto Arend aus Eichenberg fertigte den Anhänger Aufbau für das Feuerwehrgerät an. Rote Rückleuchten und eine rote Petroleumlampe lieferte Hermann Schellhon aus Offenbach. Karl Willius spachtelte und lackierte den Anhänger mit Beschriftung, so dass der Anhänger im Juli 1953 fertiggestellt war.

Ziegler-Tragkraftspritze TS8/8

Im Jahr 1959 wurde eine neue Tragkraftspritze angeschafft. Es handelte sich um den Hersteller Ziegler vom Typ TS8/8.

Folgende Technische Daten zu dieser Tragkraftspritze sind bekannt:
Tragkraftspritze/Type: TS8/8-VW
Motor-Nr.: 051495
Geräte-Nr.: 82743
Beschaffungsjahr: 1959
Folgendes Zubehör wurde mitgeliefert:
1 Satz Werkzeug mit Fettpresse
1 Stativ für Scheinwerfer
1 Metall-Abgasschlauch, 2,8m
1 B-Auffülltrichter

Ein Foto dieser Tragkraftspritze ist leider nicht erhalten.


Autor:
Lars Klein, November 2018
Lars Klein, Oktober 2019

Quellen:
Feuerwehrarchiv der Freiwilligen Feuerwehr Hebenshausen, geführt von Norbert Vellmer
Metz Feuerwehrgeräte, Schreiben vom 22.10.1992, Anleitung Metz-Tragkraftspritze TS 8, Baujahr 1946
²Lieferankündigung der Firma Metz vom 22.11.1046

Metz-Tragkraftspritze TS 8 mit Gasstrahlentlüftung, Motorleistung 27PS
Bedienungsseite der Tragkraftspritze
Der bestellte, aber nie gelieferte Anhänger Firma Metz

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