Haus Kugelmann

Einleitung

An dieser Stelle müssen wir uns an eines der dunkelsten Kapitel der Deutschen Geschichte erinnern. Hier nämlich stand einmal das ›Haus Kugelmann‹, in dem die Geschwister Dalli und Jettchen Kugelmann wohnten. In Hebenshausen lebten vom 17.-19Jh. viele jüdische Familien. In den 1920 Jahren zogen die meisten jüdischen Einwohner aus Hebenshausen nach Witzenhausen und es blieben nur noch 6 jüdische Einwohner zurück. Aber auch diese verbliebenen sechs jüdischen Einwohner litten unter Entrechtung und Repressalien des nationalsozialistischem Herrschaftssytem.

Der Holocaust war der nationalistische Völkermord im 2.Weltkrieg, der sich auch hier in Hebenshausen am „Haus „Kugelmann“ beispielhaft zeigen lässt.

Direkt nach dem Zwangsumzug der Familie Kugelmann wurden die Möbel der Familie in einer Feldscheune gesammelt und das Haus abgerissen. Die Bewohner in Vernichtungslagern ermordert.

Leider konnte nicht mehr geklärt werden, warum der folgende Zeichner diese Zeichnung über 70 Jahre aufgehoben hatte. Diese Ansicht muss ihm etwas bedeutet haben und stellt uns Heute die Bachstraße mit den jüdischen Einwohnern im „Haus Kugelamnn“ dies auf eindrucksvolle Weise dar.

Geschichte zur Entstehung dieser Handzeichnung

Ansicht Bachstraße / Ecke Steingasse

Der „Künstler“, der diese Bleistiftzeichnung erstellte, war ein gebürtiger Hebenshäuser. Er handelt sich um Herrn Heinrich Friedrich, ein Onkel von Helga Hartmann (verh. Schmidt). Er musste als siebenjähriger Vollwaise sein Elternhaus (heute Haus Schmidt, Bachstrasse 28/Hausnummer 32) verlassen und wuchs bei einem Onkel in Seesen auf. In den Ferien kam er dann immer nach Hebenshausen zu seiner Schwester Minna Hartmann geb. Friedrich.

1937 zeichnete er als 16-jähriger diese Ansicht von der Bachstraße. Dieses Bild wurde Anfang des Jahres 2010 beim Ausräumen seines Hauses in Ulm gefunden. Die Zeichnung war nicht mehr sehr kontrastreich und im laufe der Jahre verblasst.

Durch entsprechende fotografische Bearbeitungen konnten wir den ursprünglichen Zustand jedoch wieder herstellen.

Herr Heinrich Friedrich ist heute 89 Jahre alt und lebt in einem Seniorenheim in Neu-Ulm.

Zu sehen sind folgende Häuser, von Links:

1. Haus Osterhorn, Bachstrasse 27
2. Haus Doster, Bachstrasse 29
3. Das frühere „Judenhaus“* im Garten, Steingasse2
4. Im Hintergrund das heutige Haus, Steingasse 1

* In dem Judenhaus , welches 1941/1942 abgerissen wurde, wohnte Familie Kugelmann: Dalli**, Tillchen und Jettchen.

Hebenshausen, Dezember 2010

Bleistiftzeichnung von Heinrich Friedrich zeigt rechts das „Haus Kugelmann“

Archivaliennummer 003001

Redaktionelle Anmerkungen:

Kugelmann Jettchen, geb. 02. Februar 1863,
„verzogen“ (Zwangsumzug!) am 28. Februar 1940,
mit ihrem Bruder nach Witzenhausen,
Walburger Straße 8.

Kugelmann Jettchen
Deportationsziel:
ab Kassel – Chemnitz
07. September 1942, Theresienstadt, Ghetto
29. September 1942, Treblinka, Vernichtungslager

** Kugelmann Dalli, geb. 2. Oktober 1860 in Hebenshausen,
wohnhaft in Witzenhausen ab 1940
Von Hr. Kugelmann Dalli und ~Tillchen
haben wir bisher keine weiteren Informationen gefunden.
Die Spur von Dalli Kugelmann verliert sich in Witzenhausen!

Im Auftrag der Redaktion zeichnete Bettina Zimmermann das Haus Kugelmann

Archivaliennummer 188003

 


Autor:
Einleitung, Lars Klein
Geschichte, Dieter Schmidt

Quellen:
Bleistiftzeichnung von Heinrich Friedrich
Illustrationen von Bettina Zimmermann, www.tinazett.de
Melderegister der Gemeinde Hebenshausen von 1935-1945
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html.de

 

Handzeichnung aus dem Jahr 1937
Kontrasstarke Illustration des Hauses Kugelmann

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