Hessische Staatsdomäne Hebenshausen

Im Jahr 1830 wurde das Rittergut an der Westseite von Hebenshausen erbaut. Die Brüder Gustav und Julius von Bischoffshausen, als die letzten Erben der Familie, waren keine Lehensnehmer mehr, sondern Eigentümer der Rittergüter Neuenrode und Hebenshausen mit dem zugehörigen Forst.

1854 haben sie ihren Besitz geteilt, so erhielt Gustav Neuenrode und Julius Hebenshausen. Den Forst behielten beide gemeinsam.

Die Rittergüter wurden aber sehr bald verkauft. Neuenrode kaufte die Familie des Grafen von Berlepsch. Hebenshausen erwarb Gustav Georg Fahrenbach in Erbleihe. Nach wenigen Jahren verkauft er das Rittergut an Familie Kroeschel. Diese bewirtschaftete das Rittergut 75 Jahre lang. In der Weltwirtschaftskrise kam auch die Familie Kroeschell in Not und musste das Rittergut Ende der 1930er Jahre wieder verkaufen. Herr Wolfgang Schulin erfuhr von seinem Vater, der Alleinrichter am Amtsgericht in Witzenhausen auch für Konkursangelegenheiten war, dass er das Rittergut Hebenshausen mindestens zweimal zwangsversteigern musste. Er hatte geschildert, in welch‘ armseligen Zustand die Geschirre der als Zugtiere eingesetzten Maultiere waren.

Auch hat er als Nichtlandwirt schnell erkannt, wie die eigentlich guten Ackerflächen wegen ungenügender Bearbeitung so stark mit Quecken, einem hartnäckigen Wurzelunkraut, durchsetzt waren, dass auf ihnen keine ordentlichen Ernten mehr erzielt werden konnten.

Wahrscheinlich war der letzte Ersteigerer des Rittergutes der Eichsfelder Landhandel aus Heiligenstadt, damals auch hier in unserem Raum ein bekanntes und angesehenes Landhandelsunternehmen. Sicher hatte sich dort die Familie Kroeschel dort hoch verschuldet. Der Eichsfelder Landhandel kaufte auch das Gut Arnstein, Unterrieden sowie Falkenberg.

Im Jahr 1934 erwarb die Familie Henschel aus Kassel das Rittergut vom Eichsfelder Landhandel, mit 1000 Morgen Land und zugehörigem Forst in Hebenshausen.

Frau Hildegard Henschel investierte viel Geld in die Gebäude und 1948 baute man eine Gutsgärtnerei mit mehreren Gewächshäusern. Der Kuhstall wurde vergrößert und der gesamte Hof gepflastert. Nach 20 Jahren Bewirtschaftung verkaufte Hildegard Henschel das Rittergut im Jahr 1954 an das Land Hessen. Am 9. August 1954 verließ Frau Henschel Hebenshausen.

Das Land Hessen bildete aus dem Rittergut eine Staatsdomäne.

Die Staatsdomäne im Jahr 1957

Archivaliennummer 168 2340-03


Autor:
Lars Klein

Quellen:
Buch: 40 Jahre Neu-Eichenberg, Wolfgang Schulin, Seite 117, Auflage 2011
Henschel-Museum + Sammlung e.V.,Werk Rothenditmold – Gebäude R11, Kassel
Illustrationen von Bettina Zimmermann, www.tinazett.de

Das Rittergut im Jahr 1957
Das Rittergut im Jahr 2017
Illustration des Haupteinganges zum Rittergut
Gutsgärtnerei im Jahr 1957

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